Hallo
ich musste meinem Rize nun doch einmal fremdgehen: Zur 24h WM in Sulzbach Rosenberg.
Das Rennen war ein voller Erfolg, wir gingen im 4erMixed an den Start, und am Ende gewannen wir tatsächlich den WM Titel, hier der Bericht:
Die Strecke begann direkt neben dem einzig noch übrig gebliebenen Hochofen und führte auf einer Länge von 7,1Km durch das Gelände. Zahlreiche Gebäude wurden in die Strecke integriert, so war es auch nicht verwunderlich dass es zwischen der ein oder anderen Maschine auch mal eng werden konnte, besonders nachts, die Strecke war natürlich nicht beleuchtet, wurde es so oft spannend. Die Veranstalter bemühten sich um einen abwechslungsreichen Kurs, dies ist ihnen mit zahlreichen engen Ecken und Kurven auch gelungen. Nicht nur aus den vielen engen Biegungen musste heraus beschleunigt werden, auch 100Hm pro Runde setzten den Fahrer/-innen zu. Auch stellte sich bereits am Freitag heraus, dass die Strecke mit unzähligen Scherben und Metallsplittern gespickt ist, viele Fahrer mussten Ihre Proberunden mit Plattfüßen abbrechen.
Am Samstag fand der Start am Marktplatz in Sulzbach Rosenberg statt und die Fahrer rollten drei Kilometer neutralisiert zur Maxhütte, Thomas Wickles als Startfahrer übernahm sofort die Führung, diese gaben die Pegnitzer in der Folge für den ganzen Tag nicht mehr ab. Das Team wechselte jeweils nach einer Runde um immer möglichst schnelle Rundenzeiten erzielen zu können, diese pendelten sich bei ca. 17 Minuten ein. Dies bedeutete aber auch extrem kurze Ruhephasen von nur 50 Minuten, für die Männer bei jedem zweiten Turn sogar nur 34, da Pickelmann bei jedem zweiten Durchgang aussetzte.
Diese Taktik hatte sich in den letzten Jahren bewährt und führte auch hier zum Erfolg, bereits nach wenigen Stunden waren die ersten zehn Minuten Vorsprung erreicht, nach 12 Stunden Fahrzeit wurden die Zweitplatzierten überrundet. Bis dahin waren die Sportler von RADioAKTIV Racing auch noch von Pannen verschont geblieben, doch auch dies sollte sich in den ersten Nachtstunden noch ändern.
Auf seiner ersten Runde mit Lichtpflicht in der Dunkelheit kam nach wenigen Minuten der Anruf von Alexander Bauer ins Fahrerlager mit dem Notruf „Lichtanlage Totalausfall“. Sofort wurde einer der vier Betreuer losgeschickt um Ersatz zu liefern, ein ähnlich guter Service erfolgte beim ersten Plattfuß. Pickelmann musste nachts nach einem Unfall auf der Strecke mehrere Minuten stehenbleiben ehe der Verletzte vor ihr geborgen wurde und der Krankenwagen die Strecke verlies. Alle Vorfälle zusammen kosteten dem Team immer wieder mehrere Minuten an Vorsprung, unbedingt sollte aber die eine Runde Vorsprung gehalten werden. Dem anstrengenden Kampf wurde in den frühen Morgenstunden Tribut gezollt. Die Rundenzeiten stiegen und die Bergziegen kamen immer näher heran, es war sogar der Rundenvorsprung in Gefahr. Bauer hatte besonders mit sich zu kämpfen und musste auch vorübergehend einen Umlauf aussetzen, das Team konnte sich jedoch gegenseitig stützen, ab den Morgenstunden fuhr auch Pickelmann jeden Turn mit, die Männer konnten sich somit besser erholen, der Vorsprung stabilisierte sich und das Team nach 568Km, also 80 Runden mittags mit einer Runde und zehn Minuten tatsächlich den Weltmeistertitel bejubeln.
Bei der Siegerehrung wurde dem Team neben den Pokalen das Weltmeistertrikot überreicht, seit dem Wochenende dürfen sie also mit Trikot mit den berühmten Regenbogenstreifen unterwegs sein. Es folgte eine angemessene Sektdusche, zum Feiern waren dann jedoch alle zu erschöpft, dies muss ein andermal nachgeholt werden.
Wenn auch nicht mit dem Rize, so wurde der Titel natürlich dennoch auf einem Cannondale errungen, wie immer ohne Defekte oder Probleme dürfen wir jetzt die Regenbogenstreifen tragen….
da bleibt nur noch zu sagen, ride on.










